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BRK-Wasserwacht sendet Hilfe nach Mosambik


Im Rahmen der Hochwasserhilfe des Deutschen Roten Kreuzes entsandte auch das Bayerische Rote Kreuz am Freitag, den 3. März 2000 einen Spezialisten zur Hilfe in die überschwemmten Gebiete nach Mosambik.
Der 60 jährige Heinz Kathmann gehört seit seiner Jugend zur BRK-Wasserwacht und ist seit Jahrzehnten Ausbilder für Motorbootführer. Der in Katastrophen erfahrene Wasserwachtmann war u.a. bereits bei der Hochwasserkatastrophe an der Oder im Einsatz.
7 Hochwasserrettungsboote stellte die BRK-Landesgeschäftsstelle, Wasserwacht-Bayern, für den Transport nach Köln/Bonn zusammen, die noch am gleichen Abend mit einem Lastwagen des BRK nach Bonn zum Weiterflug nach Mosambik gebracht wurden.
Heinz Kathmann wird zu einem bereits vor Ort aktivem Team des Deutschen Roten Kreuzes stossen und dort die Lage erkunden, um nach Bedarf weitere Hilfsmaßnahmen und weitere Fachkräfte anfordern zu können.
Die Hochwasserboote wurden erst vor drei Jahren nach der katastrophalen Mainüberflutung in der Region Unterfranken und eigens für derartige Überflutungen und Einsätze von der Bayerischen Wasserwacht konzipiert. 40 dieser Boote stehen für Sondereinsätze bei Flussüberflutungen zum Einsatz bereit.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat bereits in einer schnellen Soforthilfe Hilfsgüter für die Überscwemmungsopfer auf den Weg gebracht. So wurden erst vor zwei Tagen nochmals Hilfsgüter in die betroffene Region gebracht. So wurden im Wert von 450.000 Mark (mit finanzieller Unterstützung von ECHO) 7.530 Decken, 800 Familienzelte, 500 Küchensets, 10 Wassertanks mit Verteilstellen und rund 700 Trinkwasserkanister in die Region gebracht.
Nach drei Wochen im Hochwassergebiet kehrt Heinz Kathmann von seinem "Hochwassertrip" zurück.
"Man kann sich gar nicht vorstellen, welche großen Gebiete vom Hochwasser überflutet wurden. In zahlreichen Hilfsflügen mit den Helikoptern des Bundesgrenzschutzes habe ich mich selbst von der Katastrophe überzeugen können. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesgrenzschutz funktionierte einwandfrei.
Während einem der Flüge setzte mich der Bundesgrezschutz bei einer größeren Menschenmenge ab, denn der Untergrund war für die schweren Hubschrauber nicht zur Landung geeignet. Solange keine Landungsmöglichkeit per Hubschrauber besteht, kann die Versorgung nur durch Abwurf der Hilfsgüter oder mittelfristig über den Landweg versucht werden, so Heinz Kathmann".
Am meisten mangelte es an Nahrung und sauberem Trinkwasser, denn ohne Wasseraufbereitungsanlagen können die Menschen nur versuchen ihre bestehenden Brunnen zu aktivieren oder neue anzulegen, selbstverständlichohne Gewähr, dass das Wasser einigermaßen trinkbar ist. In solchen Situationen sind besonders die Ärzte gefragt, um drohende Seuchen von den Einheimischen abzuwenden.
Die bayerischen Motorboote waren optimal für den Einsatz geeignet. So manche Schlauboote die durch internationale Hilfeleistung medienwirksam in Europa verpackt wurden, lagen bereits nach wenigen Tagn durchlöchert und somit unbrauchbar herum.
Unsere Aluminiumschalen wurden als "Fähren" an Stellen eingesetzt, wo die Wassermassen einfach ganze Straßenzüge und Brücken weggespült hatten. Heinz Kathmann gelang es in kurzer Zeit einheimische Helfer mit der Ausrüsteung der Boote, der Motortechnik und dem Umgang mit den Booten zu schulen.
Zwischenzeitlich sind die Hubschrauber und Großraumflugzeuge aus Europa längst wieder abgezogen worden. Die "Normalität" kehr mit jedem neuen Tag und den noch immer vorhandenen Wassermassen langsam wieder zurück.
Das Deutsche Rote Kreuz ist immer noch im Krisengebiet und es wird derzeit daran gearbeitet, neue Helfer für langfristige Aufenthalte in Mosambik zu finden.

(Fotos: Heinz Kathmann)



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